Das Erfolgsprinzip global office

Existenzgründung mit Mitte 40

Mit Ü40 gehört man noch lange nicht zum „alten Eisen“ – ab Mitte 45 gehen das Leben und die berufliche Existenz erst richtig los, wenn man der aktuellen RKW-Studie Glauben schenkt.
„Die Zukunft gehört den Gründerinnen und Gründern ab dem mittleren Alter“, sagt Dr. Noemí Fernández Sánchez und fasst damit das Ergebnis der gleichnamigen Studie mit „Schlüsselfaktor für die Wirtschaft“ zusammen. Die Projektleiterin im RKW Rationalisierungs- und Innovationszentrums der Deutschen Wirtschaft e.V., erklärt warum die Gründerinnen und Gründer „45 plus“ im Gründungsgeschehen eine immer wichtigere Rolle spielen.

Betrachtet man die Gruppe der geburtenstarken Jahrgänge, der heute 45- bis 55-Jährigen, sieht man, dass diese Altersgruppe noch mitten im Erwerbsleben steht oder dorthin zurückkehren möchte. Sie sind motiviert und haben Lust, sich beruflich neu zu orientieren und noch einmal etwas Neues auszuprobieren. In der Regel sind sie gut ausgebildet, blicken auf langjährige Berufserfahrungen im Angestelltenverhältnis zurück und sind zum Teil in Führungspositionen tätig. Andere wiederum sind arbeitslos oder von Arbeitslosigkeit bedroht und haben wenige Chancen eine angestellte Beschäftigung zu finden. Für die ist eine Existenzgründung oft der einzige Weg, um beruflich noch einmal Fuß zu fassen. Darüber hinaus gibt es in der Altersgruppe auch viele Frauen, die nach einer längeren Familienphase wieder in die Berufstätigkeit einsteigen und ihr Leben neu gestalten möchten. Der Anteil der Gründerinnen ab dem mittleren Alter ist vergleichsweise hoch. Viele berufstätige Frauen streben mit der Gründung nach Selbstverwirklichung und beruflicher Anerkennung.

Neben ihrer Kompetenz punkten Gründerinnen und Gründer der Altersgruppe „45 plus“ mit ihrer Berufs- und Lebenserfahrung. Gerade letzteres zusammen mit den gewachsenen sozialen Kompetenzen können sich sehr positiv auf die Gründung auswirken. Dazu kommt ein gut ausgebautes Netzwerk. Außerdem verfügen diese Gründer in der Regel über genug Eigenkapital. Untersuchungen aus den USA zeigen, dass diese Besonderheiten in vielen Fällen dazu führen, dass die Erfolgschancen von Gründungen mit dem Alter steigen. Diese Unternehmen bleiben auch langfristig am Markt.

Doch neben all diesen positiven Faktoren darf man die Kehrseite nicht verkennen. Probleme können in verschiedenen Bereichen auftauchen: zu wenig unternehmerisches Know-how, also Defizite bei der Kundengewinnung, beim Marketing und Vertrieb, beim Controlling und Rechnungswesen. Und – wenn auch nicht bei allen – fehlendes Eigenkapital. Dazu kommt die in Deutschland weit verbreitete Angst, mit seinem Unternehmen zu scheitern.

Festzuhalten bleibt aber, dass es sich auf alle Fälle lohnt, sich auch als „Spätberufene/r“ auf den beruflichen Weg der Selbstständigkeit zu machen. Gut ausgestattet und mit der notwendigen Portion an besonnenem Mut und sozialen Kontakten warten ungeahnte Möglichkeiten zum erfolgreichen Wirken.

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