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Die Kraft der guten Vorsätze

Wie halten Sie es mit den guten Vorsätzen? Zur Fastenzeit oder zu Neujahr, im Beruf oder im Alltag? Gehören Sie zu denen, die das längst aufgegeben haben, weil es ohnehin nicht klappt?
Vermutlich hat es jeder von uns schon mindestens einmal versucht: 10 Kilo abnehmen in drei Wochen, mit dem Rauchen aufhören, mehr Sport oder bessere Ernährung, das sind die Klassiker.  Doch kaum ist das Ziel ins Visier genommen, raubt uns der Alltag mehr und mehr die Sicht auf das, was uns gerade noch existentiell zu sein schien. Das Ziel verblasst allmählich und bald hoffen wir, dass uns bloß keiner auf den Vorsatz anspricht. Peinlich ist das!

Doch manchmal klappt’s ja doch! Nur wann? Wie funktioniert das mit den guten Vorsätzen, die man als strahlender Held beendet? Claudia Townsend (Universität von Miami) und Wendy Liu (Universität von Kalifornien in San Diego) kommen in einer Studie, die im Dezember im „Journal of Consumer Research“ erscheinen wird, zu folgendem Schluss: Pläne sind nicht automatisch gut, sondern mitunter völlig kontraproduktiv. Wenn sie unsere Disziplin nicht stärken, sondern schwächen. Wenn sie uns nicht motivieren, sondern entmutigen.

Fünf Experimente führten die Forscherinnen durch. Das Erste:  Knapp 500 Amerikaner profitierten von einer Steuersenkung von bis zu 1200 US-Dollar. Die eine Hälfte sollte vorab planen, was mit dem Geld passieren würde, die andere musste sich nicht festlegen. Ein halbes Jahr später hatten die Teilnehmer aus der ersten Gruppe kaum Geld gespart, Schulden beglichen oder sinnvoll investiert.

Ähnlich kontraproduktiv verliefen die anderen Versuch für viele der Teilnehmer, die sich festlegen sollten. Woran liegt das?  Wer sich ein Ziel setzt, so Townsend und Liu, muss sich mit dem Weg dahin beschäftigen. Erscheint dieser zu steinig und weit, starten wir bereits entmutigt ins Rennen. Die Folgen sind Stress und Unzufriedenheit, welche unsere Disziplin schwächen.

Daraus folgt: Der Plan muss zu der Person passen, die ihn durchführen soll, er muss realistisch sein. Stecken Sie sich lieber viele kleine Ziele und feiern Sie sich für jedes erreichte Teilziel ausgiebig!

 

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